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Michael ist seit über 20 Jahren als Journalist und Fotograf auf dem Wasser tätig. Der studierte Geograf hat weltweit Reisereportagen in mehr als 100 Charter- und Blauwasserrevieren produziert. Zudem haben den Hamburger viele Segelreisen und seine frühere Tätigkeit als Charter- und Überführungsskipper rund um den Globus geführt. Zusammen mit Sönke Roever ist er die treibende Kraft von BLAUWASSER.DE und ein beliebter Referent auf Bootsmessen und diversen Seminaren (siehe Termine).
Im Labyrinth der Wasserwege die ganze Vielfalt holländischer Gewässertypen kennenlernen
Der erste Gedanke wird immer wiederkehren in der kommenden Woche: Mein Gott, ist Holland platt! Bis zum Horizont nur flaches Land, aus dessen grünen Wiesen sich Windräder in den sommerblauen Himmel recken und auch mal eine alte, postkartenschöne Windmühle. Die höchste Erhebung in Hollands südlichster Provinz Zeeland misst keine 50 Meter. Rund die Hälfte des Landes liegt unter Normalnull, was dem Land einst zum Verhängnis wurde, aber dazu später.
Jetzt werden erstmal die Leinen losgemacht an Bord unserer Bavaria 37 Cruiser. Der Wasserstand war in den letzten Stunden stark gesunken, mehr als drei Meter beträgt der Tidenhub im Ausgangsort des Törns, in Sint-Annaland. Voraus liegt das Segelrevier der Provinzen Zeeland und Südholland, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Geschützte und tidefreie Gewässer wie das Veerse Meer, der Grevelingen und das Volkerak sind miteinander verbunden durch Oosterschelde und Nordsee, in denen der Gezeitenstrom gurgelt und es Sandbänke, Seerobben und Schlickflächen gibt.
Sint-Annaland bleibt im Kielwasser zurück, wir, eine Familiencrew aus Hamburg mit zwei Kindern an Bord, segeln durch den Krabbenkreek, einen Nebenarm der Oosterschelde, dann geht es in den Mastgat Richtung Nordosten. Geplant ist ein Rundtörn durch das Gewirr aus Inseln, Strömen, Schleusen und Dämmen, durch das Volkerak und den Haringvliet hinaus auf die Nordsee und später dann durch die Oosterschelde zurück. Mit einer Charteryacht in einer Woche die abwechslungsreichen Gewässer im Süden von Holland erkunden.
Von der Oosterschelde durch die Krammer Schleuse in das Volkerak
Doch jetzt zeigen sich erst einmal die Krammer Schleusen, von denen zwei für Yachten sind. Entgegen der Aussagen im Törnführer hält sich der Andrang im Rahmen, neun Schiffe fahren mit uns in die Schleuse hinein, eine Sirene heult auf, dann schließt sich das Schleusentor und Wasser strömt ein. „Die Krammer Schleusen sind ein kompliziertes Bauwerk”, erzähle ich meinen Matrosen während des Schleusengangs, „sie schleusen, ohne dass sich dabei das Salzwasser aus der Oosterschelde mit dem Süßwasser des Volkeraks vermischt.” Der Pegel steigt um ein, eineinhalb Meter, dann, keine Viertelstunde später, verlassen wir die Schleusenkammer wieder. Das Wasser weitet sich, es duftet nach frischem Gras, Wasserhühner und Enten schnattern.
Wer von hier aus am Hauptfahrwasser vorbei nach Nordosten fährt, entdeckt keine zwei Seemeilen später einen kleinen Wasserarm, der das frische Grün durchschneidet, einen Kanal, der zum idyllischen Hafen von Oude Tonge führt, in das kleine stille Dorf mit seinen typischen Hollandhäuschen, die im Halbrund um den Hafen stehen.
Es war drei Uhr morgens, damals, an jenem 1. Februar 1953, als hier die Alarmglocken schrillten, da waren die Deiche gerade gebrochen. Im Laufe der kommenden Stunden verschluckte die Nordsee ganze Landstriche, auch Oude Tonge versank in den Wassermassen. Am Morgen waren in dem kleinen Ort 250 Menschen ums Leben gekommen.
Die Hollandsturmflut war der Beginn für modernen Küstenschutz
Bereits am Vormittag des 31. Januar hatte das niederländische Wetteramt Warnungen verschickt, man rechnete mit Sturm und gefährlichem Hochwasser. Doch was sich in den kommenden Stunden zusammenbraute, war keine schwere Sturmflut, es war eine Jahrhundertkatastrophe, die schlimmste seit fast 500 Jahren. 1.835 Menschen fielen der Sturmflut in den Niederlanden zum Opfer. 70.000 Häuser brachen ein oder wurden von den Wassermassen mitgerissen. Fast 200.000 Tiere ertranken. Die sogenannte Hollandsturmflut gilt in den Niederlanden bis heute als die schlimmste Katastrophe der Nachkriegszeit – und war der Startschuss für modernen Küstenschutz.
Am nächsten Tag segeln wir auf dem Volkerak im Tonnenstrich Richtung Südosten. Still liegt der heute von Ebbe und Flut abgetrennte Strom da. Kleine, flache Flecken Grün erheben sich hier und da aus dem Wasser. Ein paar Seemeilen weiter steuern wir den Steenbergsche Vliet an. Hochlandrinder waten durch das flache Wasser, daneben planschen Kinder. Hier kann man an einer kleinen Steganlage im Grünen anlegen, ebenso in dem Hafen von Benedensas, der sich direkt nach der stillgelegten Schleuse in die flache Landschaft duckt.
Der Delta-Plan hat auch das heute tidefreie Volkerak geschaffen
Früher herrschte auf dem Volkerak ein Tidenhub von mehr als vier Metern. Doch schon kurz nach der verheerenden Sturmflut entschieden die Niederländer, die Deiche nicht mehr nur zu reparieren. Sie wollten verhindern, dass sich so eine Katastrophe je wiederholen konnte, und entschieden sich für den Delta-Plan: ein umfangreiches Schutzsystem gegen Hochwasser und Sturmfluten. Sie bauten Dämme und Schleusen – und schufen auf diese Weise ein ganz neues Binnenrevier.
Steenbergen erreichen wir nach vier Seemeilen Revierfahrt durch den Steenbergsche Vliet. Wieder zieht viel grüne Landschaft vorüber, Kühe, Bäume, Felder und Schilfufer. Dann schiebt sich Steenbergen vor den Bug, ein Ort mit einer mächtigen, schiefergedeckten Kirche. Und der freundliche Hafenmeister weist uns einen Platz mitten in dem kleinen Städtchen zu.
Durch die Volkerak-Schleusen nach Willemstad
Am nächsten Tag geht es zurück auf das Volkerak und weiter Richtung Nordosten, zu den Volkerak-Schleusen. Schon die Blicke in Seekarte und Hafenhandbücher stimmen ehrfürchtig: „Die wahrhaft mächtigen Volkerak-Schleusen gehören zu dem ebenso komplizierten wie intelligenten Flutsicherungssystem des Delta-Plans”, steht in Jan Werners Törnführer „Holland 1″ geschrieben. Auch ist die Rede von langen Wartezeiten und davon, dass einem beim Anblick der gewaltigen Schleusen angst und bange wird. Es ist Mitte Juli, vormittags, wir steuern das Bauwerk an, die Ampel zeigt grün, freie Einfahrt also. 15 weitere Schiffe schleusen mit, man fachsimpelt von Deck zu Deck, schaltet den Motor ab, zieht die Leinen dicht. Nach ein paar Minuten ist alles vorbei und wir fahren hinaus – in den Hollands Diep.
Nur eine Seemeile entfernt von der Schleuse liegt das hübsche, kleine Willemstad. „Für zwei Stunden darf man hier kostenfrei festmachen”, sagt der Hafenmeister, wer länger bleiben will, muss das halbe Hafengeld entrichten. Wir zahlen – und machen einen Spaziergang. Vorbei an der alten, direkt am Hafen stehenden Windmühle, an den holländischen Häuschen, an Restaurants, in denen Muscheln und Hummer serviert werden. Dann, ein paar Stunden später, geht es weiter: in den Haringvliet.
Egal ob Brücke oder Schleuse – immer wird der Weg frei gemacht
Um 18 Uhr öffnet sich die Brücke, die sich auf zehn hohen, schlanken Pfeilern über den Haringvliet spannt. Sie hebt einen Flügel und schwingt ihn in die Höhe, die Ampel schaltet von rot auf grün, nun dürfen beide Seiten zeitgleich durchfahren. Auch dieser Mündungsarm wurde durch den Delta-Plan von der Nordsee abgetrennt, trotzdem kann es hier zu sogenannten Scheingezeiten kommen. Führen die Flüsse Maas und Rhein viel Wasser, staut es sich hier und der Wasserpegel steigt. Durch Entwässerungsschleusen kann das Wasser wieder in die Nordsee abgelassen werden, aber nur, wenn Ebbe ist.
Die nächste Schleuse, die Haringvlietsschleuse, führt uns hinaus auf die Nordsee. 26 Seemeilen offenes Meer liegen nun vor uns, der Horizont wird weit, endlich einmal wieder. Die Nordsee schwappt in kleinen Wellen um den Bug, es ist fast windstill und die See bleiern, hin und wieder stürzen Seeschwalben und Möwen ins Wasser und tauchen mit einem Fisch wieder auf.
Endlose Sandstrände säumen die Ausfahrt, auf einer Sandbank hat sich eine Yacht trockenfallen lassen, wir tuckern mit 5,2 Knoten – und 7,4 Knoten über Grund. Die Haringvlietsschleuse lässt gerade Wasser ins Meer strömen und löst damit einen gewaltigen Strom aus. Auf der Nordsee selbst ist die Strömung geringer, nur bei der Ansteuerung der Oosterschelde können zu Springzeiten auch mal bis zu drei Knoten Strom auftreten.
Nach vier Stunden liegt die Oosterschelde voraus, das Mündungsdelta von Rhein, Maas und Schelde. Zwar wurde dieser Meeresarm nicht dauerhaft durch einen Deich von der Nordsee abgeschlossen, doch die offene See kann durch das Sturmflutwehr vollständig abgetrennt werden. Durch das gigantische Bauwerk fällt der Gezeitenunterschied in der Oosterschelde gemäßigter aus, es bleibt aber ein von der Nordsee bestimmtes Tidengewässer. Für uns geht's durch die Roompot-Schleuse zurück ins (halb)geschüzte Revier. Die Ausstellung über die Delta-Schleusen und -Dämme von Zeeland bleibt links liegen, nächstes Ziel: Zierikzee, die Provinzhauptstadt der Insel Schouwen-Duiveland.
Zierikzee hat fast schon städtischen Charakter
Schon von Weitem ist der mächtige Kirchturm sichtbar, „Monstertoren”, so sein Name, wächst aus dem auch hier platten Land. In seiner Nähe öffnet sich der zweieinhalb Kilometer lange Hafenkanal, die alte Schleuse steht wie fast immer offen, der Weg nach Zierikzee ist also frei. Schon bald zeigen sich die mittelalterlichen Fassaden am Ufer und man sieht, warum der Ort als „Monument von Zeeland” gilt. Steinalte Speicherhäuser, ein gotisches Rathaus mit geschwungenem Türmchen, Mühlen, Stadttore und massive Stadtmauern.
Auch hier, in Zierikzee, läutete am frühen Morgen des 1. Februar 1953 die schwere Glocke der Kirche, da waren die allermeisten Deiche rundherum schon gebrochen. Das Wasser drückte in den Ort, es drang durch Türen und sprengte Fensterscheiben. Es verschluckte Menschen und Tiere. Ich sitze im Cockpit und lese die „Sturmflut” der holländischen Autorin Margriet de Moor, einen Roman über zwei Schwestern, die, weil sie sich zum Verwechseln ähnlich sehen, für ein Wochenende die Rollen tauschen. Vor allem aber ist die „Sturmflut” eine fast minutiöse Chronik jener Flutkatastrophe von 1953. Auf der Innenseite der Buchdeckel ist die Karte Zeelands abgedruckt, der Haringvliet, das Grevelingenmeer und die Oosterschelde, das Gebiet, das die Sturmflut verwüstet hat. Und das wir gerade durchfahren.
Wer möchte, findet im Revier auch schöne Plätze im Grünen
Am nächsten Tag sind wir reif für einen Naturplatz. Nur: Wo findet sich ein solches Plätzchen? Ein holländisches Pärchen, das ebenfalls im Hafen von Zierikzee liegt, weiß die Lösung. „Ich segele hier seit meiner Kindheit und kenne mich aus”, sagt die Mittvierzigerin – und empfiehlt einen kleinen Wasserwanderrastplatz im Veerse Meer.
Auf dem Weg dorthin kreuzt ein Tümmler unseren Kurs, die Tierwelt in der Oosterschelde ist trotz der Wasserbauwerke intakt. Der Wind bläst von achtern, das graugrüne Wasser der Oosterschelde klatscht an unseren Bug. An der grünen Tonne Z1 biegen wir um 90 Grad ab Richtung Westen. Der Strom drückt uns in den kleinen Zandkreek hinein bis zur nahen Schleuse. Dahinter öffnet sich das Veerse Meer, das inzwischen vollständig eingedeicht ist und eher einem Binnensee ähnelt. „Endlich wieder ohne Tide und Strömung!“, freue ich mich, während unsere Charteryacht nur unter Genua den Tonnenstrich entlanggurgelt. Irgendwann tauchen an Backbord kleine Miniinseln auf, die Schelphoek Plaat und die Sabbeplaat. Hier, einsam im Grünen, finden wir an einem Holzsteg auf der Insel Sabbeplaat den empfohlenen Liegeplatz.
Yerseke – Austern, Fischer, Zuchtanlagen
Am vorletzten Tag geht es gegen den Strom und vor dem Wind nach Yerseke. Zwar legt das Handbuch das Anlaufen nur eine Stunde vor Hochwasser nahe, doch die Niederländerin aus Zierikzee hatte beruhigt: „Yerseke kann man immer anlaufen!” Das bestätigt auch der Hafenmeister: „Ja, wir haben schon vor einigen Jahren die Fahrrinnen ausgebaggert.“
Auch Yerseke, das bekannt ist für seine Austern- und Miesmuschelzuchten, war von der Jahrhundertkatastrophe betroffen, der Wasserstand hier war damals mehr als fünf Meter höher als normal. Wir kaufen Fischbrötchen bei Piet van Oost und setzen uns auf die Hafenmauer. Diesen Fischimbiss gab es damals schon, denke ich, in der Nacht, als die Sturmflut große Teile Zeelands verschluckte. Und durch die sich vieles veränderte: das Land, die Küstenlinie und später dann auch die vielen Gewässer.
Denn durch das Delta-Projekt haben die Niederländer ein vielseitiges und gegensätzliches Binnenrevier geschaffen. Heute gibt es hier von der Nordsee gänzlich abgetrennte und geschützte Gewässer, es gibt den Wechsel zwischen Salz- und Süßwassergebieten, dazu das spannende Auf und Ab der verbliebenen Gezeitenreviere. Und wer möchte, kann sogar auf einer einwöchigen Rundreise alle auf einmal erleben. Oder einfach da bleiben, wo er sich wohlfühlt. Ein Revier für jeden Geschmack eben.
Charter und Anreise
Im Süden von Holland ist das Angebot an Charteryachten nicht so groß wie in Friesland oder dem IJsselmeer im Norden des Landes. Trotzdem gibt es an verschiedenen Stützpunkten wie in Sint-Annaland, Heijningen, Yerseke oder im Veerse Meer genug Anbieter mit einem umfangreichen Angebot an Charteryachten bewährter Hersteller.
Ausgangshäfen wie Sint-Annaland sind am besten mit dem Auto zu erreichen (kostenlose Parkplätze sind meist vorhanden), von Dortmund sind es 270 Kilometer, von Hamburg 570 und von München 840.
Diese Charter-Agenturen helfen dir, eine Yacht zu finden
Für eine deutschsprachige Beratung und die zuverlässige Buchung von Charteryachten bewährter Anbieter können diese Firmen behilflich sein:
Charter-Stützpunkte, Mitsegelgelegenheiten und weitere Dienstleistungen (Anzeigen)
Diese Firmen betreiben vor Ort einen Charterstützpunkt und helfen dir die richtige Charteryacht zu finden. Andere haben ein attraktives Mitsegelangebot im Programm oder bieten interessante Dienstleistungen für Segler an.Weitere Infos zum Revier
Revier und Navigation
Das Revier vom Haringvliet bis zum Veerse Meer ist enorm kleinteilig und vielseitig. Auf einer Rundreise (etwa 120 Seemeilen) durchfährt man sowohl stehende als auch tideabhängige Gewässer. Dafür sind Grundkenntnisse in Gezeitennavigation notwendig. Die geschützte Lage der Oosterschelde und die vielen Anlauf- und Ausweichmöglichkeiten, auch in tidefreie Gewässer, machen das Revier zum idealen Übungsplatz, um erste Erfahrungen in Gezeitennavigation zu sammeln.
In der Oosterschelde sind Strömungsgeschwindigkeiten bis zu drei Knoten möglich, der Tidenhub kann, wie in Yerseke, bis zu fünf Meter betragen. Die Betonnung und das Kartenmaterial sind sehr gut, das Befahren der vielen Schleusen und Brücken ist unkompliziert und kostenlos.
Häfen und Ankerplätze
Überall im Revier gibt es eine riesige Auswahl an Häfen und Anlegestellen. Die Liegeplatzpreise sind vergleichbar mit denen an der deutschen Ostseeküste und deutlich günstiger als zum Beispiel im Mittelmeer. Strom und Dusche wird meist gesondert berechnet. Es gibt ein paar wenige Ankerplätze und in den gezeitenfreien Gewässern einige hübsch und in freier Natur gelegene, kostenlose Wasserwanderrastplätze.
Wind und Wetter
Das Wetter kann auch im Sommer durchwachsen sein, Westwinde dominieren das Revier, die Tageshöchsttemperaturen erreichen von Juni bis September fast immer 20 Grad. Von April bis September gibt es die wenigsten Sturmtage, die mittlere Windgeschwindigkeit liegt bei drei bis vier Beaufort. Trotzdem muss auch in diesem Zeitraum an durchschnittlich vier Tagen pro Monat mit Starkwind gerechnet werden und an neun Tagen pro Monat mit Niederschlag.
Literatur & Seekarten
• Jan Werner, Holland 1, Zeeland und die südlichen Provinzen, Delius Klasing Verlag.
• Sportbootkartensatz NL1805, für die durchgeführte Rundreise sind aber auch die beiden Kartensätze NL 1807 und NL 1801 notwendig
Fünf Häfen im Porträt
Benedensas
Der gemütliche Hafen liegt im Volkerrak, einem von der Berufsschifffahrt stark frequentierten Gewässer. Doch davon ist an diesem malerischen Ort nichts zu spüren. Die alte Schleuse mit der klappbaren Fußgängerbrücke, der hübsche Vorhafen mit seinen bis ans Ufer reichenden grünen Grasflächen, der ruhige Yachthafen De Vliet in schöner Naturlage – hier geht es entspannt und familienfreundlich zu. Entlang des Kanals Richtung Steenbergen finden sich auch Dalben zum Festmachen, einsame Plätze auf dem Wasser ohne Landzugang. Noch vor der immer offen stehenden Schleuse (nur die runtergeklappte Fußgängerbrücke behindert ab und an die Durchfahrt) kann man ebenfalls kostenfrei für maximal zwei Tage am Ufer festmachen.
Willemstad
„Dieses Festungs- und Hafenstädtchen gehört zweifellos zu den schönsten Plätzen der Niederlanden“, schreibt der Revierbuchautor Jan Werner. Sternenförmige Festungsgräben mit hohen Wällen umgeben die ehemalige Garnisonsstadt mit ihren 3.300 Einwohnern. Viele Bauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert stehen um das von der alten Oranje-Mühle dominierte Stadthafenbecken, es gibt Cafés und Restaurants und mit dem bei der alten Bastion gelegenen Yachthafen auch ausreichend Liegeplätze. Zu Fuß erreicht man von hier aus die nahen und mächtigen Volkerak-Schleusen, hier lässt sich auch das Schleusen von großen Berufsschiffen beobachten.
Hellevoetsluis
Der Ort ist der schönste und lebendigste am Haringvliet und liegt unweit der Haringvlietschleuse, die das Gewässer von der Nordsee abtrennt. Mit insgesamt vier Häfen gibt es hier reichlich Liegeplatzmöglichkeiten, für Besucher am schönsten ist aber zweifellos der Passantenhaven, in dem man überall an den schmalen Kanalufern gegenüber der schmucken Giebelhäuser des Ortes festmachen kann (die sanitären Anlagen sind allerdings bescheiden). Neben dem Leuchtturm am Eingang des Kanals liegt ein schöner Sandstrand zum Baden. Wer Fahrräder mit an Bord hat, kann von hier aus einen 25 Kilometer langen Fahrradweg rund um das Haringvliet befahren.
Insel Sabbeplaat
Dieser Wasserwanderrastplatz im Veerse Meer hat eine kleine Steganlage mit bis zu 1,60 Wassertiefe. Bis auf eine Toilette gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten, die kleine Insel ist grün, idyllisch und ruhig. Ideal zum Grillen, Baden und Sonnen. Vorsicht mit der Betonnung: Nach dem Abzweigen aus dem Hauptfahrwasser finden sich weitere Seezeichen mit roten und grünen Toppzeichen. Diese bezeichnen kein Fahrwasser, sondern sind sogenannte Recreatietonnen und markieren die 1,5 Meter-Linie.
Sas van Goes
Ein weiterer idyllischer Liegeplatz in schöner Natur, nur dieses Mal mit den vollen Versorgungsmöglichkeiten eines Yachthafens. Der schmale Hafenkanal liegt direkt hinter der Schleuse, durch die man von der Oosterschelde in den stillen Kanal einschleust (Mo. bis Fr.: 06.00–21.00 Uhr, Sa. u. So.: 08.00–20.00 Uhr). Nach einem Spaziergang auf der Deichkrone mit tollem Blick über die Oosterschelde kann man im Hafen in einer Gastronomie einkehren. Natürlich könnte man auch den von Pappelalleen gesäumten Kanal etwa zwei Seemeilen weiter fahren und direkt vor den hübschen Patrizierhäusern des lebendigen Ortes Goes festmachen.